11/16/2012

Stevia-Süßstoff aus der Pflanze


Die Pflanze mit den süß schmeckenden Blättern macht neuerdings von sich Reden: Kalorienfrei, ohne Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel und ohne Nebenwirkungen soll der daraus gewonnene Stoff sein. Eine ernsthafte Konkurrenz zum Zucker sehen aber nur wenige darin.


Als erster Süßstoff pflanzlichen Ursprungs sind Stevioglykoside aus Stevia gerade in aller Munde. Seit der Teilzulassung vor fast einem Jahr gelangen immer mehr Artikel mit Steviolglykosiden auf dem Markt: Ob in fertigen Produkten wie Joghurt und Lakritze oder als loses Süssungsmittel Stevia findet Verbreitung.
300 Mal süsser als Zucker, ursprünglich pflanzlich, kalorienfrei und ohne Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel-das klingt nach einem wahrgewordenen Süßtraum.
Deshlab scheint es verwunderlich, dass Stevioglykoside am 2 Dezember 2011 durch eine Kommission derEuropäischen Union vorerst lediglich eine Teilzulassung erhielten: Die Tageshöchstdosis von vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht darf nicht überschritten werden. ,,Diese Vorsichtsmaßnahmen haben gute Gründe'', weiß Dr. Udo Kienle, Agrarwissenschaftler and der Uni Hohenheim , der sich seit dreißig Jahren mit Stevia beschäftigt. ,, Ein Antragsteller muss die gesundheitliche Unbedenklichkeit seines Produkts beweisen und hier wurde lediglich auf eine 20 Jahre alte japanische Untersuchung zurückgegriffen."Im Vergleich dazu haben sich mittlerweile nicht nur die Verzehrgewohnheiten und das Produkt Stevia verändert, auch die bei den japanischen Versuchsratten hochgerechnete menschliche Lebenserwartung von 60 Jahren ist etwas knapp bemessen.

"Die Lebensmittelindustrie hat das Kraut bereits für sich endeckt."

,,Ich persönlich würde die gesetzliche Höchstdosis keinesfalls überschreiten, da Tests mit Ratten keine höhere Dosierung ratsam erscheinen lassen'', so Stavia Experte Kienle.,, Einer der aufgetretenen Effekte bei einer höheren Dosierung war eine um zehn Prozent verringerte Zunahme an Körpergewicht, was von den Toxikologen als ein Zeichen allgemeiner Unverträglichkeit gewertet wird. Zudem dürfen Lebensmittel keine pharmakologischen Wirkungen besitzen, sonst wären sie Arzneimittel." Bis zu der festgelegten Höchstdosis sind die Steviolglykoside laut dem Wissenschaftler jedoch sicher.
Als problematisch für den Verzehr von Stevia sieht Kienle lediglich drei Presonengruppen: Diabetiker, die sowieso viele Süsstoffezu sich nehmen, Mädchen,die gefährdet für eine Essstörung, sind und Kinder, da sie ein viel geringeres Körpergewicht als Erwachsene besitzen. Außerdem rät er vom Kauf von Stevia Pflanzen ab, die mittlerweile verbotenerweise auf Märkten angeboten werden.,,Laut Gesetz ist dieser Verkauf nicht zulässig und wer sie als Zierpflanze anbietet, macht sich der Falschetikettierung strafbar. Die Pflanzen werden ausschließlich zum Verzehr verwendet, sind somit ein Nahrungsmittel und unterliegen einer Zulassung gemäß der Novel-Food-Verordnung",sagt Kienle,der vor dem Verzehr dieser nicht geprüften Pflanzen eindringlich warnt.
Nich offensiv beworben wird Stevia von vielen Diabetologen,wie Dr. Hans-Peter Kempe, der eine Praxis in Ludwigshafen betreibt. ,,Diabetiker können Stevia in den angegebenen Tageshöchstdosen unbedenklich verzehren, da es den Blutzucker nicht erhöht, keinen Einfluss auf den Insulinspiegel hat und die Kariesbildung nicht begünstigt", sagt Dr. Kempe. ,, Eigentlich unterscheidet sich Stevia somit nicht von anderen Süßstoffen,die jedoch generell nicht in größeren Mengenaufgenommen werden sollten." Die angeblich durch Süßstoffe ausgelösten Heißhungerattacken konnten nach Aussage des Diabetologen wissenschaftlich nie nachgewiesen werden.,, Auch hier unterscheidet sich Stevia nicht von anderen Süßstoffen, der eine empfindet mehr Hunger nach dem Verzehr von Süßstoff, der andere nicht-das ist wohl eher eine Kopfsache", meint Hans-Peter-Kempe,der in der Zulassung von Stevia auch keine Weltrevolution sieht.
Die Lebensmittelindustrie reagierte trotzdem prompt auf die Teilzulassung der Süßstoffe aus dem Süßkraut,obwohl aufgrund der festgesetzten Tageshöchstdosis oft nur Teile des Zuckers ersetzt werden können.
Geschmacklich ist sorgfältig hergestelltes Stevia-Süßmittel tatsächlich mit Zucker vergleichbar,allerdings ist die Dosierung wesentlich schwieriger.Bereits ein wenig zuviel Süße führt zu einem unangenehm bitteren Geschmack.
Somit ist die Teilfreigabe von Stevia-Süßmittel zwar eine gute Entwicklung jedoch ist es zweifehaft ob es Zucker jemals gänzlich ersetzen kann.

Was meinen Sie ? Sollte man bei Schokolade nun gänzlich auf Zucker verzichten ?

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